Brandschutz beim Hausbau – Brandrisiko minimieren

Brandschutzverordnung und Brandschutzvorschriften bei Wohngebäuden

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Häufig kann ein unzureichender Brandschutz am Haus dramatische Folgen haben. Foto: Lisa Presley / Bigstock

Immer mehr Vorschriften stellen Häuslebauer regelrecht auf die Geduldsprobe. Sind die finanziellen Aspekte im Vorfeld geklärt, geht es nun um die Konkretisierung des Hausbaus. Und hier warten etliche Hürden, vom Bauantrag bis hin zur Fassadengestaltung. Das Baugesetzbuch als einzige Grundlage reicht hier schon lange nicht mehr aus. Eines der wohl wichtigsten Themen ist der Brandschutz beim Hausbau. Auch hierfür gilt es wichtige Kriterien zu erfüllen – und auch das bereits im Voraus. Dabei geht es um deutlich mehr als das Anbringen der gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder, die im Brandfall Leben retten können. Ein umfassender Brandschutz versteht sich als Präventivmaßnahme, in dem alle Möglichkeiten berücksichtigt werden, damit ein Feuer schnell eingedämmt werden kann und sich das Schadensausmaß in Grenzen hält. Nahezu jeder einzelne Bestandteil eines Hauses unterliegt einer brandschutztechnischen Norm.

Die hohe Bedeutung von Brandschutzmaßnahmen

Brandschutz ist allerdings keine junge Disziplin, wie man möglicherweise vermuten könnte. Das Element Feuer ist eines der gefürchtetsten, das die Menschheit seit Anbeginn begleitet. Einmal ausgebrochen richtet es vernichtenden Schaden an und wird für jegliches Leben zur Bedrohung. Gegen einen Brand helfen nur zwei Dinge effektiv: Jede Menge Wasser oder bei kleinen Feuern ein Sauerstoffentzug, sofern möglich. Zielführende Brandschutzvorschriften gab es bereits im Mittelalter und auf diesen Erfahrungen basiert auch der heutige Brandschutz. Ganz oben auf der Prioritätenliste standen bereits damals schon Rettungsgassen und Auswege. Dazu ist es vonnöten, in bebauten Gebieten ausreichend Platz einzuplanen, um eine reibungslose Zufahrt für Feuerwehr und Löschtrupps zu schaffen. Zudem müssen Fluchtwege freigelassen werden, damit sich Betroffene retten können. Bricht ein Feuer in einem Wohnhaus aus, brennen schnell Gardinen, Böden, Tapeten, Türen und das weitere Mobiliar. Können die Flammen nicht zeitnah bekämpft werden, breitet sich das Feuer immer weiter aus und beschädigt die Substanz des Hauses und brennt in kürzester Zeit ganze Dachstühle nieder. Dabei wird es immer heißer und diese Hitze trocknet alles in der Umgebung aus und beschleunigt für alles Weitere die Brandgefahr. Je stärker es lodert, desto schneller greift ein Feuer auf benachbarte Wohnbebauung über und verbreitet sich durch alle Etagen rasend schnell. Liegen dann noch Versorgungsleitungen wie etwa Gas im Haus kommt es leicht zu einer Explosion. Gleiches gilt auch für Öltanks, wenn nicht die richtigen Vorkehrungen getroffen wurden. Diese Szenarien verdeutlichen, wie schnell und akut ein vermeintlich kleiner Brand immens große Schäden anrichten kann. Auch wenn die meisten Häuser heutzutage nicht mehr mit Holzelementen und Lehm errichtet werden, so ist die Gefahr nicht geringer. Es ist ein Trugschluss, dass ein Holzhaus schneller brennt als ein aus Beton und Sandstein gefertigtes, denn es kommt immer auch ein Stück weit auf die Brandursache an. Hier wird klar: Das Thema Brandschutz darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden und wer hier spart, geht auch heutzutage ein großes Risiko ein.

Unumgänglich und unbezahlbar wichtig: Der Gang zum zuständigen Bauamt

Genau aus diesem Grund gibt der Gesetzgeber wichtige Brandschutzvorschriften an alle Hausbesitzer weiter, die für die Einhaltung dieser die Verantwortung tragen. Wer nun plant ein Haus zu bauen, dem bleibt so mancher Behördengang nicht erspart. So wird das Bauamt jeden Architektenentwurf im Vorfeld gründlich prüfen, ob es dem Bauantrag zustimmt. So müssen schon hier wichtige Kriterien erfüllt sein, sodass zum Beispiel Feuerwehren und Rettungsdienste freie Zufahrt haben. Abstände zwischen Gebäuden und anliegenden Grundstücken müssen eingehalten werden und diese gesetzlichen Grundlagen gelten insbesondere einem effektiven Brandschutz. Denn es geht in erster Linie nicht um das Verhindern von Bränden, sondern um Möglichkeit der schnellen Bekämpfung. Beim Bauamt selbst gibt es auch weiterführende Informationen, welche Vorschriften weiter beachtet werden müssen. Es geht auch um den Unterschied, ob nun der Bau eines Ein- oder Mehrparteienhauses geplant ist. Bei Letzteren gelten je nach Bundesland und Kommune gewisse Vorschriften für die Schaffung von gekennzeichneten Fluchtwegen und Fluchtleitern. Genau wie in allen öffentlichen Gebäuden, müssen dann auch gut einsehbare Pläne aufgestellt und der Zugang zu Feuerlöschern ermöglicht werden. Ohnehin empfiehlt es sich, allein schon aus Gründen des Eigenschutzes, einen oder mehrere Feuerlöscher aufzustellen. Ob Pflicht oder nicht ist es wichtig, das aufgedruckte Ablaufdatum im Blick zu haben, damit ein Feuerlöscher auch garantiert einsatzfähig ist und die Löschflüssigkeit nicht verhärtet. Zu guter Letzt ist es umso wichtiger, Zugangswege zu Feuerlöschern stets freizuhalten. Für die zu verbauenden Materialien gibt es ebenso wichtige Vorschriften. Bei einem Einfamilienhaus sind in punkto Brandschutz geringere Auflagen zu erfüllen, was jedoch nur gilt, solange diese Bauten freistehend sind. Bei Reihenhäusern müssen insbesondere Bestandteile des Daches/der Dächer besonders feuerfest sein, denn ein in der Regel nach oben ziehendes Feuer greift schnell auf die Nachbargebäude über.

Brandursachen und Brandschutz in modernen Häusern

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Jahr für Jahr kommt es in Deutschland zu mehr als 200.000 Haus- und Wohnungsbränden. Effektiver Brandschutz im Hausbau ist also wichtiger denn je zuvor. So schützen Sie Ihren Neubau vor Feuer oder rüsten ihr bereits gebautes Haus wirksam nach. Foto: wsf-b / Bigstock

Wie eingangs erwähnt, unterliegt nahezu jedes Bauteil eines Hauses einer bestimmten Brandschutznorm. Hierbei geht es zum einen um die Brennbarkeit von Materialien und andererseits um die Feuerfestigkeit, die sich dadurch kennzeichnet, wie lange etwas im Brandfall bestand hat bis es selber anfängt zu brennen. Jetzt könnte man natürlich meinen, dass moderne Häuser mehr oder weniger immun gegen ein plötzliches Feuer sind und wenig Angriffsfläche für ein solches bieten. Das stimmt jedoch nur bedingt und das liegt an den möglichen Brandursachen. Und diese liegen schon bei einem Kabelbrand vor und selbst hier ist es nicht auszuschließen, dass innerhalb einer verputzten Wand, ein Schwelbrand entsteht. Sollte eine Gas-Versorgungsleitung Leck schlagen, ist die Brand- und Explosionsgefahr besonders hoch. Hier reicht schon das einfache Anknipsen eines elektrischen Lichts aus, um ein Haus redlich in Schutt und Asche zu legen. Daher ist es wichtig, dass auch die Versorgungsanlagen den gegenwärtigen Brandschutzstandards entsprechen. Entweicht Gas oder misst die Therme einen zu hohen Kohlenmonoxid-Ausstoß, muss sie sich von alleine abstellen und am besten die Hauptzufuhr gleich mit. Brandschutz bedeutet auch, dass in einem solchen Fall schnell gehandelt werden kann. So müssen Heiz- und Versorgungsanlagen jederzeit manuell abgestellt werden können. Kabelbrände werden durch immer besser werdende Isolierungen klein gehalten, doch entscheidend ist, dass in diesem Fall die Haussicherung auslöst und den Strom abstellt. Ein weiteres Kriterium für einen effektiven Brandschutz. Sehr viele Feuer entstehen in der Küche direkt am Herd. Vergisst man diesen auszustellen oder löscht versehentlich brennendes Öl mit Wasser, entsteht ein unberechenbarer Brandherd und hier funktioniert ein guter Brandschutz nur, wenn sich die in der Umgebung befindlichen Materialien als feuerwiderstandsfest erweisen. Daher ist es enorm wichtig, beim Bau eines Hauses darauf zu achten, dass in Wänden und Decken inklusive Fassade und Dämmung nur gering brennbare Stoffe verbaut sind. Gerade Dämmmaterialien sollten den aktuellen Vorschriften der Energieeinsparverordnung entsprechen, damit das Brandrisiko minimiert wird. Ein weiter zielführendes Thema hinsichtlich der Rettungswege sind Türschlösser. Hier helfen sogenannte Panikschlösser, die sich von innen jederzeit entriegeln lassen obwohl sie zum Einbruchschutz abgeschlossen sind. Es gibt fast keine größere Gefahr, als bei der Flucht einer verschlossenen Tür gestoppt zu werden.

Brandschutz beim Hausbau: Vorschriften beachten und auch selber nachbessern

Brandschutz beim Hausbau ist eines der wichtigsten Themen überhaupt. Daher empfiehlt es sich unbedingt, sich beim zuständigen Bauamt die entscheidenden Informationen einzuholen und zudem auch bei der ortsansässigen Feuerwehr nachzufragen. Auch in Zukunft kann ein Feuer in den eigenen vier Wänden nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Ein durchdachter Brandschutz ermöglicht auch dank gesetzlicher Vorschriften eine gute Präventionsarbeit durch feuerfeste und beständige Materialien. Denn diese ist das A und O um größere Schadensausmaße und ein damit verbundenes Risiko für Mensch und Tier drastisch zu reduzieren. Über die Brandschutzvorschriften hinweg empfiehlt es sich zudem, verschiedene Brandszenarien kognitiv durchzuspielen um an zentralen Ecken selber nachzubessern, was beispielsweise Fluchtwege und Löschmittel betrifft.