Dachgauben – Eine optische Bereicherung für jedes Haus

Gauben sind optische und funktionale Bereicherungen an jedem Haus

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Egal ob beim Neubau oder beim Dachausbau – Dachgauben vergrößern den Wohnraum und sorgen für mehr Helligkeit im Dachgeschoss – Foto: sonnydaez/Bigstock

Wohnen direkt unter dem Dach und trotzdem lichtdurchflutete helle Räume? Das ist mit dem Einbau von Gauben durchaus möglich und gilt längst als trendy. So wird eine attraktive Form des Wohnens umgesetzt, die auch nachträglich einfach umgesetzt werden kann. Denn ehemals düstere Dachkammern können so effektiv umgebaut werden und machen den nachträglichen Ausbau des Dachgeschosses zu einer umweltschonenden Kapitalanlage.

Gaube schnell und einfach erklärt

Vielleicht hat sich der eine oder andere schon gefragt, woher der Begriff Gaube eigentlich stammt und was genau er bezeichnet. Die Antwort ist einfach, denn der Name kommt aus dem mittelhochdeutschen „gupf“ für Gipfel. Damit ist auch schon klar, was damit eigentlich gemeint ist, nämlich ein direkt aus dem Dach herausgebautes und senkrecht stehendes Dachfenster. Mittlerweile gibt es je nach Region und Land unterschiedliche bzw. besondere Formen und Proportionen, die eine Gaube aufweisen kann. Der Wohnraum im Inneren des Gebäudes wird so einfach vergrößert, vor allem aber werden die Dachgeschosszimmer deutlich heller. Doch sie sind auch eine optische Bereicherung, denn die Dachfläche wird beim Blick von außen darauf deutlich aufgelockert. Das Dach wird so aufgelockert und attraktiver.

Unterschiedliche Formen der Gauben sind möglich

Wer sich umsieht, wird feststellen, dass es unterschiedliche Formen für Gauben gibt.

Häufig zu sehen sind

  • Sattelgauben
  • Walmgauben
  • Fledermausgauben
  • Rundgauben
  • Spitzgauben.

Welche Form eingebaut wird, hängt natürlich von der Dachfläche, der Dachneigung sowie dem persönlichen Geschmack ab. Allen gemeinsam ist, dass dadurch deutlich mehr Licht und Luft ins Dachgeschoss gelangt. Da ja die Dachhaut nach außen größer gemacht wird, entsteht im Dachinneren unmittelbar im Bereich der Gaube eine höhere Stehhöhe und damit verbunden auch mehr nutzbarer Raum.

Dachgauben richtig einbauen

Bevor sich jemand daran macht, sein Dach mit Gauben auszubauen, geht es darum, die statischen Bauvorgaben und die ortsüblichen Bauvorschriften zu beachten. Empfehlenswert ist auch die Einholung des Rates von einem Architekten. Sobald alles von offizieller Seite sein OK erhalten hat, kann sich der Bauherr mit seinem persönlichen Geschmack verwirklichen. Damit mit dem Einbau auch alles gut funktioniert und Wärmebrücken sowie die Durchlässigkeit weitgehend vermieden werden, ist es ratsam, die Dachgaube von einem Fachmann einbauen zu lassen. Richtig geeignet ist eine Dachfläche für diese Form der Erweiterung im Übrigen ab einer Neigung des Daches von 35 Grad.

Gaube oder Dachfenster – das ist die entscheidende Frage

Wer seinen Dachboden zu einem lichtdurchfluteten zusätzlichen Wohnraum machen möchte, der stellt sich die Frage, ob er eine Gaube oder ein einfaches Dachfenster einbauen sollte. Natürlich ist dieses Thema nicht nur unter dem Aspekt der Wohnlichkeit zu hinterfragen, sondern auch unter Kalkulation des Baus und der Konstruktion des Daches. Gauben sind zwar konstruktiv aufwändiger und damit teurer als einfache Dachfenster. Abgesehen davon brauchen Hausbesitzer eine Genehmigung. Dafür sind sie perfekt geeignet, in Sachen Form und Eindeckung des Aufbaus individuelle architektonische Details zu kreieren. in Sachen Material gibt es zahlreiche Dachpfannen in großer Farb- und Formenvielfalt. Dabei ist edler Schiefer ebenso angesagt wie außergewöhnliches Titanzink, das in blaugrauer Optik erscheint. Damit lassen sich, gerade im Kontrast zu Schiefer- oder Ziegeldächern herrliche optische Akzente setzen. Dies trifft bei Rundgauben zu, während Sattel- oder Walm- bzw. Giebelgauben vorzugsweise die gleiche Deckung erhalten wie die übrigen Flächen auf dem Dach.

An den Seiten werden die Gauben meist mit kleinformatigen Platten gedeckt. Bei der Fledermausgabe, die eine Wölbung auf dem Dach ergibt, scheint es logisch, dass diese Fläche mit dem gleichen Material wie das Hauptdach eingedeckt wird. Auch bei der einfachsten Gaubenform, der Schleppgaube, die über senkrechte Wangen verfügt, wird meist kleinteiliges Deckmaterial zur Verkleidung verwendet. Ist ein Dach weniger als 30 Grad geneigt, ist von Gauben abzuraten. Hier ist der Einbau von Dachflächenfenster eher zu empfehlen. Ein weiterer Grund, warum diese vorzuziehen sind, ist dann, wenn jemand Solarkollektoren auf der Dachfläche hat und mit den Gauben kein auseichender Platz für deren Montage übrigbleibt.

Beim Einbau von Gauben einiges beachten

Wer überlegt, eine Gaube in seine Dachfläche einzubauen, sollte einige Aspekte berücksichtigen. Vor allem dann, wenn er sich nicht für traditionelle Gauben entscheidet, die aus ebenen Flächen zusammengesetzt werden, sondern etwa für Fledermausgauben oder sogenannte Ochsenaugen, die eine Dachwölbung darstellen. Hier kann das Bedachungsmaterial einfach durchgedeckt werden. Bei Giebel- oder Schleppgauben wird bei Verwendung von kleinformatigen Deckmaterialien auch die Einbindung von Kehlen und Gaubenwangen einfach möglich. Damit erfolgt schlussendlich eine Dachgestaltung wie aus einem Guss. Ein Materialwechsel in den Anschlussbereichen ist daher nicht notwendig, was eine dauerhafte Qualität und eine einheitliche Optik des Daches ergibt.

Gauben sollten in jedem Fall gut überlegt platziert werden, das heißt, sie sollten weder zu nah am Dachrand oder am Ortgang oder am Grat, aber auch nicht zu hoch am First eingebaut werden. Immerhin gilt es die Proportionswirkung, aber auch die Massenverteilung auf der Dachfläche zu berücksichtigen. Wichtig ist auch, dass ein Mindestabstand zwischen zwei nebeneinander liegenden Gauben von mindestens 0,8 eingehalten werden. Sind die Abstände kleiner, wird das Eindecken und eine spätere Wartung erschwert.