Baufinanzierung über ein Annuitätendarlehen

Ein Annuitätendarlehen ist für viele Immobilienkäufer und Bauherren eine gute Alternative

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Eine Finanzierung über ein Annuitätendarlehen ist die am häufigsten ausgewählte Variante einer Baufinanzierung. Sie zeichnet sich insbesondere durch eine hohe Transparenz und eine relative Zinssicherheit aus. Foto: alexraths/bigstock

Annuitätendarlehen liegen immer mehr im Trend. Viele Bauherren und Immobilienkäufer entscheiden sich für einen derartigen Kredit, da er viele Vorteile bietet. Vor Abschluss eines Vertrages sollte aber immer ein Blick auf das Kleingedruckte lesen. Auch ein direkter Vergleich der unterschiedlichen Darlehen ist sinnvoll. Dadurch kann einiges an Geld gespart werden.

Vor- und Nachteile eines Annuitätendarlehens

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Der Annuitätenkredit ist ein Darlehen, welches mit konstanten Rückzahlungsbeträgen getilgt wird. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil bei der Finanzierung einer Immobilie oder eines Hausbaus. Foto: pinkypills/bigstock

Annuitätendarlehen beinhalten einen vereinbarten Zeitraum und eine feste Rate. Dadurch können Immobilienkäufer oder Bauherren viel besser kalkulieren. Der Zinssatz eines derartigen Darlehns ist fix. Das ist auch bei einer anfänglichen Tilgung der Fall. Durch die Zahlung der Raten verringert sich monatlich die Restschuld. Da aber die Monatsraten über den ganzen Zeitraum gleichbleiben, bietet sich zusätzlich der Vorteil, dass der Zinsanteil bei jeder Rate während der Anteil der Tilgung steigt. Wenn zum Beispiel ein Bauherr einen Annuitätendarlehen von über 100.000 Euro abgeschlossen hat, der eine Tilgung von einem Prozent beinhaltet, zahlt er natürlich nicht 100 Jahre lang 1.000 Euro jährlich plus Zinsen ab. Durch die ständige steigende Tilgungsleistung wird der Kredit viel schneller zurückgezahlt.

Ein Annuitätenkredit lohnt sich immer

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Bei der Annuität wird ein in der Höhe gleichbleibende Ratenbetrag bezeichnet, der über einen definierten Zeitraum zurückzuzahlen ist. Foto: Morganka/bigstock

Wie schnell sich ein solches Darlehn mit einer bestimmten monatlichen Rate abbezahlen lässt, hängt natürlich immer von der Höhe der Zinsen ab. Auf den ersten Blick erscheint das Verfahren etwas unverständlich. Dabei ist es eigentlich sehr einfach. Der Zinsanteil ist bei hohen Zinsen relativ hoch. Bei einer fortschreitenden Tilgung sinken die Zinsen schneller als bei einem normalen Darlehn mit niedrigen Zinsen. Ein niedriger Zinssatz bedeutet eine niedrige Rate und bei einer geringen Tilgung auch eine etwas längere Laufzeit wie bei höheren Zinsen. Der Abbau eines Schuldenberges dauert in Zeiten von niedrigen Zinsen immer sehr lange. Das ist gerade dann der Fall, wenn mit dem Kunden eine niedrige Tilgung vereinbart wurde. Dabei haben alle Immobilienkäufer und Bauherren bei niedrigen Zinsen einen viel größeren finanziellen Spielraum. Die an die Bank zu zahlende Rate ist schließlich relativ niedriger als bei einer sogenannten Hochzinsphase. Diesen kleinen Spielraum sollten Bauherren nutzen, um von Anfang an eine hohe Anfangstilgung zu vereinbaren. Umso schneller und günstiger ist der Kredit abbezahlt.

Vorteile dieser Baufinanzierung

Das Darlehn bietet jedem Interessenten wesentlich mehr Sicherheit in der Planung. Die monatlichen Raten sind während des ganzen Zeitraums konstant im Bereich der Zinsfestschreibung. In der heutigen Zeit sind Laufzeiten von zehn oder 15 Jahren üblich. Bei vielen Banken gibt es sogar eine Laufzeit von 20 Jahren. Dadurch kann noch flexibler geplant werden. Die Zinsen des Kredites gelten ganz unabhängig vom Verlauf des Kapitalmarktes für die komplette Laufzeit. Das hat den Vorteil, dass nicht mit zusätzlichen Kosten kalkuliert werden muss. Zusätzlich bietet ein Annuitätenkredit den Vorteil, dass er eine gute Transparenz bietet. Gemäß ihrer Preisangabenverordnung ist eine Bank dazu verpflichtet, neben dem Sollzins (Nominalzinssatz) auch den effektiven Jahreszinssatz zu benennen. Dieser Sollzins enthält die Darlehnsnebenkosten. Dadurch können alle Kredite von Banken besser miteinander verglichen werden. Wie jeder andere Kredit so haben auch Annuitätendarlehen auch einige Nachteile. Sie sind nicht ganz so flexibel und können während der ganzen Zeit der Zinsfestschreibung nicht aufgelöst werden. Wenn die Zinsfestschreibung länger als zehn Jahre läuft, dann gibt es für jeden Darlehnsnehmer ein einseitiges Kündigungsrecht. In diesem Fall beträgt die Kündigungsfrist immer sechs Monate. Der Darlehnsnehmer kommt daher frühestens nach zehn Jahren und weiteren 6 Monaten aus dem Vertrag.

Tipps für Annuitätenkredite

Nach zehn Jahren gibt es ein Sonderkündigungsrecht. Wenn ein Darlehn in mehreren Teilbeträgen abbezahlt wird, dann beginnt die Frist erst, wenn das Darlehn komplett genutzt wurde. In der Regel werden in Zeiten von hohen Zinsen kürzere Zinsbindungen gewählt. Eine Alternative könnte ein variables Darlehn sein, das in einen Kredit mit einer festen Laufzeit umgewandelt werden kann, wenn das Zinsniveau gesunken ist. Trotz Zinsaufschlag sind längere Zinsbindungen sehr zu empfehlen. Für langlaufende Darlehn sind seit einiger Zeit weniger als zwei Prozent Zinsen fällig. Daher gibt eine lange Zinsfestverschreibung die Sicherheit, dass eine höhere Tilgung des Darlehns möglich ist. In einigen Fällen kann es auch ratsam sein, dass ein zinsgünstiges KfW-Darlehn die monatlichen Belastungen senken kann. Einige Banken bieten ihren Kunden die Möglichkeit, dass sie während der Laufzeit eine Sonderkündigung tätigen können. Häufig macht das fünf Prozent von der ursprünglichen Summe des Darlehns aus. Eine Sondertilgungsoption sollte immer vereinbart werden. Die Höhe der monatlichen Tilgung sollte immer passend zum eigenen Verhältnis und Alter ausgewählt werden. Wenn jemand noch sehr jung ist, dann kann eine besonders niedrige Tilgung ausgewählt werden. Dadurch könnten sich jüngere Bauherren auch eine teure Immobilie leisten. Wer bereits Mitte 40 ist, sollte immer darauf achten, dass er bereits zum Renteneintritt ohne Schulden dasteht.

Das Vergleichen der Anbieter eines Darlehns lohnt sich immer

Seit Jahren sind die Zinsen für Darlehn sehr niedrig. Trotzdem sollte man vor Abschluss eines Vertrages immer einige Anbieter miteinander vergleichen. Im Zeitlauf verursachen bereits kleine Zinsdifferenzen teilweise sehr hohe Kostenunterschiede. Hierbei sollte beachtet werden, dass bei einer gleich hohen Tilgung und niedrigen Zinsen die restliche Summe etwas höher sein kann, als es bei höheren Zinsen der Fall ist. Im Schnitt ist ein deutlich niedriger verzinstes Darlehen aber immer noch preisgünstiger, wie alle anderen angebotenen Darlehn.