Baustoff Holz für Holzhäuser – langlebige und flexible Konstruktionen

Holz als idealer Baustoff für hochwertige Häuser – seit Jahrhunderten bewährt im Einsatz

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Holz wurde häufig für Dachstühle und Fertighäuser verwendet und dabei nicht selten als eher minderwertiger Baustoff bezeichnet. Dabei ist Holz aber tatsächlich alles andere als minderwertig, Holz ist innovativ, kreativ und gut für das Klima. Es lässt sich flexibel einsetzen und es ist langlebig in der Nutzung. Foto: agababjan / Bigstock

Seit Beginn der Zivilisation verwenden Menschen Holz für den Bau von Gebäuden. Einige der ältesten Bauwerke haben Jahrhunderte überdauert. Zu den berühmtesten gehört der 1.300 Jahre alte buddhistische Tempel von Nara in Japan. Holz ist mehr als ein Teil unserer Geschichte. In vielen europäischen Ländern, vor allem den skandinavischen, sind 80 bis 90 Prozent der Häuser aus Holz. Natürliche Materialien erleben derzeit eine Renaissance. In Norwegen werden Kindergärten aus Holz beliebter und in Westeuropa verkörpern Holzhäuser eine ökologische und gesunde Lebensweise. Während Norweger gern handbearbeitete Stämme verwenden, bevorzugen Deutsche, Dänen und Franzosen vorgefertigte Holzrahmen für den Hausbau.

Dank technischer Fortschritte ist es noch heute eines der besten Materialien für den Wohnungsbau. In Kombination mit cleverer Planung und präziser Umsetzung bietet es viele Vorteile.

Die Gründe sich für Holz als Baustoff zu entscheiden sind vielfältig.

Ökologie

Holz ist ein erneuerbarer Rohstoff. Viele Länder verfolgen seit langem eine nachhaltige Forstwirtschaft. Die Wälder Europas sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten um etwa 0,8 Millionen Hektar jährlich gewachsen. Deutschlands Wälder genießen weltweit besonderes Ansehen. Wurde hier doch bereits 1368 von dem Nürnberger Patrizier Peter Stromer die Forstwirtschaft quasi aus der Not heraus erfunden. Eine verstärkte Nutzung von Holz fördert den Schutz der Wälder und deren nachhaltige Bewirtschaftung.

Energieeffizienz

Holz senkt den Energiebedarf auf verschiedene Weise. Beim Fällen, Transportieren und Verarbeiten braucht Holz wesentlich weniger Energie als jede andere Ressource. Die Energiebilanz von Stahl und Beton wird von Holz deutlich geschlagen. Es hat bessere Dämmeigenschaften – 400-mal besser als Stahl und 15-mal besser als Beton. Natürliche Lufttaschen schränken die Wärmeleitung ein. Das spart Energie zum Heizen oder Kühlen. Im Winter speichern Holzwände die Wärme der Heizung und geben sie gleichmäßig in den Innenraum ab. Komplizierte Heizsysteme sind nicht nötig. Leichte Holzrahmen-Konstruktionen ermöglichen außerdem die einfache Installation von zusätzlichen Isolierungen.

CO2-Reduktion

Holz hat eine positive CO2-Bilanz und benötigt während der „Produktion“ keine Primärenergie. Bäume verwenden kostenlose Solarenergie zum Wachsen und speichern riesige Mengen Kohlendioxid während der Photosynthese. Sie verwandeln es in Kohlenstoff und geben Sauerstoff zum Atmen ab. Ein Kubikmeter Holz entzieht der Atmosphäre etwa eine Tonne des schädlichen Treibhausgases. Der Kohlenstoff bleibt im Holz für die Lebensdauer des Produkts gespeichert. 50 Prozent des Trockengewichts von Holz ist Kohlenstoff. Mindestens eine weitere Tonne CO2 wird bei der Verarbeitung von Holz gegenüber anderen Baustoffen gespart.

Langlebige und effiziente Holzhäuser und andere Holzprodukte tragen somit zur Verringerung des Kohlendioxids in der Atmosphäre bei und helfen im Kampf gegen den Klimawandel. Vorausgesetzt, die Bewirtschaftung der Wälder folgt den Prinzipien der Nachhaltigkeit.

Haltbarkeit

Holz ist haltbar und beständig gegen Hitze, Frost, Korrosion und Verschmutzung. Ein Holzhaus kann vielen Generationen als Heim dienen. Bei richtiger Pflege und Beachtung der Witterungseinflüsse kann ein Holzhaus bis zu 150 oder 200 Jahre bewohnt werden. Moderne Holzschutzmittel erhöhen die natürliche Haltbarkeit. Der Pflegeaufwand ist gering. Die Innenwände benötigen nur alle 10-12 Jahre eine Behandlung. Typische Malerarbeiten, wie das Entfernen von Tapeten, entfallen. Probleme mit Schädlingsbefall sind in der Regel das Ergebnis von Konstruktionsfehlern oder unaufmerksamer Wartung.

Architektonische Vielseitigkeit

Durch seine physikalischen und technischen Eigenschaften bietet Holz endlose Möglichkeiten der Gestaltung. Es lässt sich schnell und flexibel verarbeiten und gestattet Modifikationen während des Bauprozesses. Holz ist strukturell sehr stark. Im Vergleich mit Stahl und Beton ist das Kraft-Gewichts-Verhältnis von Bauholz 20 Prozent höher als von Stahl. Es ermöglicht innovative und zeitgemäße Gebäudelösungen. In Wien entsteht zurzeit das weltweit erste 24-stöckige Holzhochhaus.

Ökonomie

Holz ist preiswerter als viele andere Baumaterialien. Holzbauteile werden typischerweise vormontiert, was zu einer deutlichen Verkürzung der Vor-Ort-Bauzeit führt. Bei der Verwendung von Holz anstatt Beton fallen die Trockenzeiten weg, und die Arbeiten können früher beginnen. Holz ist leichter, wodurch die Kosten für das Fundament sinken. Insgesamt ist der Arbeitsaufwand geringer als bei Steinhäusern. Zusammen mit einer sorgfältigen Planung spart die Holzbauweise Geld. Holzarbeiten werden zudem oft vor Ort durchgeführt oder regional vorbereitet, was lokale Arbeitsplätze für Tischler und Handwerker erhält.

Wohlbefinden

Die Vorteile für die Gesundheit des Menschen sind unübertroffen. Holz riecht gut, sieht gut aus, fühlt sich gut an und wirkt damit auf alle menschlichen Sinne. Die Anwesenheit von Holz hat eine ähnliche physiologische und psychologische Wirkung wie ein Aufenthalt in der freien Natur. Die Gefühle von natürlicher Wärme und Gemütlichkeit können den Blutdruck und die Herzfrequenz senken sowie Stress und Angst reduzieren. Auch Allergiker können profitieren. In der Regel verschlimmern Staubbewegungen die Allergien. Wegen der elektrostatischen Eigenschaften von Holz sammelt sich keine statische Elektrizität an, und Hausstaub bewegt sich weniger stark.

Holzhäuser „atmen“. Holz ist diffusionsfähig und hygroskopisch. Die Belüftung erfolgt natürlich durch die Wände. Die Luft im Innern wird nie zu trocken oder zu feucht. Steigt das Feuchtigkeitsniveau an, nimmt das Holz den Überschuss auf. Wird die Luft zu trocken, gibt es die Feuchtigkeit zurück. Holz dämmt auch hervorragend Schall.

Fazit

Holzhäuser sind komfortabel und ästhetisch ansprechend. Kein anderes Baumaterial schafft eine wärmere Atmosphäre und ein gesünderes Lebensumfeld. Holz ist widerstandsfähig, leicht zu verarbeiten und ein nachhaltiger Rohstoff, der umweltfreundliches Bauen ermöglicht. In den Händen eines erfahrenen Zimmermanns ist Holz ein wunderbares Baumaterial. Gebäude aus Holz bieten perfekten Wohnraum im Winter und Sommer.